Neu in Windows 7
Microsoft hatte bereits vor einem halben Jahr auf der PDC einige Neuerungen von Windows 7 vorgeführt. Mittlerweile ist die erste Betaversion für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass sich jeder einen Eindruck vom Vista-Nachfolger verschaffen kann. Einige Features, die besonders für den Unternehmenseinsatz interessant sind und den Windows Server 2008 R2 benötigen, lassen sich derzeit mangels Dokumentation noch nicht testen.
Systemänderungen
Basissystem
Microsoft will die Systemfundamente überarbeiten, um gegenüber Vista den Ressourcenbedarf deutlich zu verringern. In diesem Zusammenhang war anfangs von einem neuen Kernel namens „MinWin“ die Rede. Entgegen der in der ersten Zeit verbreiteten Annahme handelt es sich dabei um keinen neuen Systemkern, sondern um eine Fortführung der mit Vista erreichten Modularisierung des Systeminneren.
CPU-Nutzung
Moderne Prozessoren bieten enorm viel Rechenleistung und die meisten arbeiten mittlerweile mit mehreren Kernen, sodass man auf parallele Vearbeitung von Informationen setzen will. Gleichzeitig soll trotz größerer Rechenkapazitäten der Stromverbrauch nicht weiter steigen.
Festplattensteuerung (E/A)
Windows soll die Zahl der Schreib- und Lesevorgänge trotz immer schnellerer Festplatten so gering wie möglich halten. Die Entwickler konzentrieren sich bei Windows 7 besonders auf diesen Bereich, weil die zunehmend verbauten Solid State Drives (SSD) in dieser Hinsicht andere Anforderungen stellen.
Bootvorgang, Shutdown, Standby/Aufwachen
Diese Vorgänge können nie schnell genug gehen, weswegen man besonders hier gegenüber Vista nachbessern will. Dabei sei die Zusammenheit mit PC- und Hardwareherstellern wichtig, da man nur so sicherstellen könne, dass Zeiten, die im Labor oder nach einer „sauberen Installation“ gemessen wurden, sich auch bei einem neuen PC realisieren lassen.
Administration und Sicherheit
BitLocker to Go
Mit dieser Erweiterung von BitLocker kann der Administrator über Policies erzwingen, dass Wechseldatenträgern verschlüsselt werden, bevor Daten darauf geschrieben werden. Damit soll verhindert werden, dass vertrauliche Informationen über USB-Sticks in falsche Hände geraten.
DirectAccess
Eigentlich handelt es sich dabei um eine Neuerung, die der Windows Server 2008 R2 bieten soll. Das Feature ist als einfach zu nutzende Alternative zu VPNs gedacht, um von außen auf Ressourcen eines Firmennetzes zuzugreifen. DirectAccess beruht auf IPSec und IPv6. Die Installation erfordert einen vom Internet aus zugänglichen Access-Server unter Windows Server 2008 R2 sowie Windows 7 als Client. Die Unterstützung für ältere Windows-Versionen und Betriebssysteme anderer Hersteller ist nicht geplant.
AppLocker
Mit Hilfe von AppLocker können Administratoren auf Basis von Gruppenrichtlinien festlegen, welche Anwendungen im Firmennetz zugelassen beziehungsweise blockerit werden. Das Feature unterstützt sowohl Whitelists als auch Blacklists, so dass Unternehmen entweder explizit alle Aplikationen ihres Vertrauens freigeben oder alternativ unerwünschte Programme ausschließen können. Auf diese Weise können IT-Abteilungen Instant-Messaging-System, VoIP-Software und alle mögliche Freeware aus dem Netz verbannen, ohne den Desktop komplett abzudichten.
BranchCache
BranchCache soll die Anbindung von Niederlassungen verbessern, die nur über einen schmalbandingen Zugang zum Rechenzentrum verfügen. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein Feature von Windows Server 2008 R2, der Programm- und Datendateien nach dem ersten Zugriff auf die Zentrale zwischenspeichert. Als einziger Client für dieses Feature ist Windows 7 vorgesehen, eine Unterstützung für ältere Windows-Versionen ist zumindest derzeit nicht geplant.
VHD Boot
Windows 7 kann neben dem Windows Imaging Format (WIM) auch vom „Virtual Hard Disk“-Format starten. VHD wird von Microsoft als Standard für das Speichern von virtuellen Maschinen in Virtual Server, Virtual PC und Hyper-V verwendet. Die Unterstützung in Windows 7 erleichtert die Migration von physikalischen Installationen in virtuelle und umgekehrt.
Föderierte Suche über Open Search
Die Desktop-Suche unter Windows 7 soll sich nicht mehr auf lokale Laufwerke und Netzwerkfreigaben beschränken, sondern Ergebnisse anderer Suchmaschinen wie MOSS 2007 oder Search Server Express integrieren. Dabei lässt sich jede Engine integrieren, die Open Search unterstützt. Benutzer sollen damit in die Lage versetzt werden, vom Desktop aus möglichst alle im Unternehmen vorhandenen relevanten Informationen zu finden.
Wireless-LAN
In Windows 7 soll die Nutzung von Funknetzen deutlich einfacher sein als es bisher unter XP oder Vista. Dafür klickt man im Systemtray auf das Netzwerksymbol und kann sich gleich mit den angezeigten Netzen verbinden. Im Falle eines Hotspots, bei dem sich der Benutzer über den Webbrowser authentifizieren muss, wird dies von Windows 7 erkannt und ein entsprechender Hinweis ausgegeben.
Windows 7 wird zudem Wake on LAN über drahtlose Netzwerkschnittstellen unterstützen und kann bei Netzwerkschnittstellen, die nicht benutzt werden, den Strom abschalten und so den Energieverbrauch senken. Das kommt vor allem der Akkulaufzeit von Notebooks zu Gute.
Bedienung
Entschärfte Benutzerkontensteuerung
Viele User von Windows Vista fühlen sich die User Account Control belästigt, die mit Windows Vista eingeführt wurde.
In Windows 7 will Microsoft die Funktionalität von UAC verbessern, so dass sie dem Benutzer nicht mehr so aufdringlich dazwischenfunkt. So sollen Administratoren fein abgestuft festlegen können, wann eine Warnung durch UAC erscheinen soll.
Neue Taskleiste
Geöffnete Applikationen erscheinen von nun an nur noch als Icons in der Taskleiste. Fährt man mit dem Maus-Cursor über die jeweiligen Icons, öffnen sich sogenannte Jumplists. Diese zeigen Thumbnails der aktiven Applikationen an und lassen so ein gezielteres auswählen des richtigen Fensters zu. Innerhalb einer Instanz des Internet Explorers werden zudem alle einzelnen Tabs jeweils mit Thumbnail angezeigt.
Des Weiteren lässt sich nun auch endlich die Anordnung der angezeigten Applikationen in der Taskleiste beliebig verändern, indem man die Icons beliebig verschiebt und positioniert.
Per Rechtsklick auf ein Icon werden im Kontextmenü zudem die zuletzt geöffneten Dateien wie Dokumente oder Bilder angezeigt.
Dateien zu Theman gruppieren
„Libraries“ ist ein neues Feature, mit man zusammengehörige Dateien gruppieren kann, ohne dass sie im Filesystem verschoben werden müssen. Dies gilt nicht nur für Dateien auf dem eigenen PC, sondern auch für solche auf externen Festplatten, USB-Sticks sowie auf Netzlaufwerken.
Oberfläche einfacher anpassen
Die Verwaltung zu Anpassung der Oberfläche an die persönlichen Bedürfnisse wurde übersichtlicher gestaltet, indem die Funktionen zum Einstellen derr Systemfarben, des Desktop-Hintergrundes, sowie Sounds und Bildschirmschoner in einem Fenster vereint wurden. Sie lassen sich zudem zu einem Theme zusammenfassen, das man dann auch an andere Benutzer etwa via USB-Stick oder über das Web weitergeben kann.
Zubehör
Auslagerung von Bordsoftware
Microsoft plant, Tools, die bisher mit einer Standardinstallation automatisch aufgespielt wurden, vom System zu trennen und separat anzubieten. So wird unter anderem der Windows Movie Maker, ein Tool um Videos zu bearbeiten, unter dem Namen „Windows Live Movie Maker“ in die Live-Familie eingegliedert. Gleichzeitig entwickelt man das Programm weiter und fügt neben neuen Schnittfunktionen auch die Möglichkeit zur komfortabelen Verwaltung von Videos, Diashows und Fotos hinzu.
Überarbeitetes Zubehör
Einige Tools, die sich schon seit mehreren Versionen von Windows nicht mehr nennenswert verändert wurden, erhalten nun eine Rundumerneuerung: Im Detail sind dies die Programme Paint und WordPad, die die von Office 2007 bekannten Ribbons erhalten.
Auch der Windows-Taschenrechner wird um einige Funktionen, vor allem wissenschaftliche Berechnungen, erweitert. Zudem halten nun standardmäßig die Umrechnungsfunktionen Einzug, die man zuvor mittels Calc Plus nachrüsten konnte.
Windows Media Player 12: Verbesserte Multimedia-Unterstützung
Musste man bisher diverse Audio- und Video-Codecs installieren, um bestimmte Formate abspielen zu können, so sollen im Windows Media Player 12 eine Reihe populärerer Codecs wie h.264, DivX und XviD mitgeliefert werden.
Zudem sollen die Codecs dank einer Unterstützung für Hardware-Beschleunigung auch mit langsameren Systemen zurechtkommen. Der neue Media Player kann auch Audio- und Videodateien abspielen, die sich auf PCs in der eigenen „Homegroup“ befinden.
Kompatbilität
Windows XP Mode (XPM)
Windows 7 enthält einen sogenannten “Windows XP Mode“ (XPM), basierend auf Virtual PC 7. Dieser Modus erlaubt Applikationen, die zu Vista und Windows 7 nicht kompatibel sind, in einer virtualisierten XP-Umgebung zu installieren und auszuführen. Unterstützt werden hierbei auch inkompatible USB-Treiber z.B. für Drucker.
Microsoft will mit dieser Funktion Anwendern und Unternehmen den Umstieg auf Windows 7 erleichertern. Die Funktion kann bereits im Release Candidate getestet werden, muss allerdings separat heruntergeladen und installiert werden.
Weblinks
- Microsoft Technet: What's New in Windows 7 for IT Pros (Beta) (inklusive 41-seitigem Word-Dokument im DOC-Format)







