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Versammelte IT-Prognosen für 2008

GlaskugelZum Jahresausklang kommt wieder die Zeit der Propheten, die einen Blick in die Glaskugel wagen und die wichtigsten Ereignisse für 2008 vorhersagen. Während das Prognostizieren bei uns weitgehend den professionellen Wahrsagern in den Marktforschungsinstituten vorbehalten bleibt, sind solche Voraussagen in den USA ein Volkssport. Die folgende Zusammenstellung enthält nicht nur Prognosen etablierter Marktbeobachter, sondern auch interessante Spekulationen von Bloggern. Sie betreffen nicht nur die allgemeine Marktentwicklung, sondern auch Voraussagen zu einer Reihe von Technologien. Weitere Ausblicke auf erwartete Entwicklungen des Jahres 2008 bietet das E-Paper der COMPUTERWOCHE.

  • Wachstum der IT-Ausgaben verlangsamt sich: IDC geht davon aus, dass die weltweiten Ausgaben 2008 nur mehr um 5,5 bis 6 Prozent wachsen werden. Da entspricht einem Rückgang von ca. einem Prozent gegenüber 2007, wo sie um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstiegen. Außerdem prognostizieren die Marktforscher einen Aufschwung bei Mobilgeräten, die die Lücke zwischen Notebooks und Smartphones schließen können. Als Beispiel nennen sie Amazons Kindle, ein Lesegerät für E-Books. In Übereinstimmung mit den meisten Beobachtern erwarten auch die IDC-Analysten, dass sich 2008 die Grenzen zwischen Unternehmens- und Consumer-IT weiter verwischen werden.
  • Trend zu Mobile Computing arbeitet gegen Windows Vista: Joe Wilcox von Microsoft Watch geht davon aus, dass Mooresche Gesetz durch den Vormasch mobiler Geräte in den nächsten Jahren außer Kraft gesetzt wird. Im dritten Quartal 2007 wurden laut Gartner in den USA mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft. Die tragbaren Rechner bieten im Durchschnitt deutlich weniger Leistung, so dass der Umstieg auf eine neue Hardware nicht mehr wie in der Vergangenheit zu einem deutlichen Zuwachs an Rechen- und Speicherkapazität führt. Microsofts Windows-Entwicklung ging seit jeher davon aus, dass der von Version zu Version zunehmende Ressourcenhunger des Systems durch stärkere Hardware gestillt werden könne. Viele Notebooks seien aber mit Vista überfordert, besonders aufgrund ihrer beschränkten Grafikfähigkeiten. Windows XP oder Linux seien dafür besser geeignet.
    Auch der Trend zu Billig-Notebooks mit Flash-Speicher, wie etwa der Asus EeePC, arbeitet gegen Vista. Solche Low-Cost-Geräte könnten sich in Kombination mit immer mehr Online-Anwendungen zu Fat-Client-Alternativen mausern.
  • Microsoft verlängert XP: Aufgrund des schleppenden Umstiegs von XP auf Vista prognostiziert die IT-World, dass Microsoft den Veteranen noch bis Ende des Jahres 2008 verkaufen wird. Bereits Im September hatte das Unternehmen die XP-Verfügbarkeit auf Wunsch vieler Enterprise-Anwender von Januar auf Juni 2008 ausgedehnt. Aufgrund der hohen Systemanforderungen von Vista sieht die IT-World (wieder einmal) einen Zuwachs für Linux auf dem Desktop.
  • Vista wird zum Ziel von Virenprogrammierern: Anbieter von Security-Tools gehen davon aus, dass ein Betriebssystem für Entwickler von Schadsoftware erst dann interessant wird, wenn es einen Marktanteil von über zehn Prozent erreicht. Derzeit liegt er laut Web Metrics bei 7,9 Prozent und soll die zweistellige Marke 2008 überschreiten. Damit rückt es in das Visier von Kriminellen. Virenprogrammierer verfolgten wie Entwickler nützlicher Software ökonomische Ziele und orientierten sich daher an Systemen mit der größten Verbreitung. In den ersten neun Monaten schnitt Vista mit 19 Schwachstellen schlechter ab als seinerzeit XP mit 16.
  • Rückschlag für MOSS 2007: Die Analysten von CMS Watch prognostizieren, dass sich die Begeisterung für Microsofts Sharepoint Server 2007 besonders in großen Firmen abkühlen wird. Besonders unter dem Gesichtpunkt der Compliance würden Unternehmen entdecken, dass die zahlreichen verteilten Sharepoint-Sites schwer in den Griff zu bekommen seien. Außerdem werde sich verstärkt herausstellen, dass umfangreichere Anwendungen auf Basis von MOSS 2007 schwer wartbar und kostspielig seien. Dennoch werde sich die Software laut CMS Watch auch 2008 weiter gut verkaufen.
  • Durchbruch für Wireless USB und 802.11n: GigaOM sieht 2008 die Zeit reif für zwei Drahtlostechnologien, deren Standardisierung sich relativ lange hinzog. Als Zeichen für den Erfolg von Wireless USB wertet Samuel Dean das wachsende Angebot an einschägiger Hardware wie Hubs und Adapter. Die ersten Chipsets erschienen im Sommer 2007 und sollen 2008 in viele Peripheriegeräte integriert werden. Der Wi-Fi-Standard 802.11n soll 2008 ratifiziert werden. Hersteller sitzen bereits in den Startlöchern, um darauf basierende Geräte zu produzieren. Apple bietet Unterstützung für 802.11n bereits auf Basis des aktuellen Entwurfs in aktuellen Notebooks und im Wireless-Router Airport Extreme an.
  • Ausfall eines großen Datenzentrums: Suns Vice-President Subodh Bapat warnt für 2008 vor dem Ausfall eines großen Rechenzentrums mit Folgen bisher unbekannten Ausmaßes. Der Trend zu SaaS und aufwändigen Online-Applikationen führe zum Bau immer größerer Data Center. Eine Schwachstelle dieser großen Komplexe sei ihr enormer Stromverbrauch. Nick Carr sieht in dieser Zentralisierungstendenz eine Abkehr vom ursprünglichen Internet-Konzept, das als robustes und dezentrales Kommunikationsmedium selbst einem Atomschlag widerstehen sollte.
  • Jahr der Business-Netzwerke: Bisher galt der Hype um soziale Netzwerke vor allem Comsumer-Diensten wie Facebook oder MySpace. Die bekannte Web-2.0-Publikation ReadWriteWeb geht davon aus, dass diese Angebote für Privatanwender ihre ganzen neuen Funktionen und Nutzer erst verdauen müssten, indem sie Wege zur Monetarisierung ihrer Services finden. Dagegen stehe bei den Business-Netzwerken nun eine Globalisierung an, um weltweite Geschäftskontakte zu ermöglichen. Einige rein nationale Player könnten dabei geschluckt werden. Bernard Lunn prognostiziert einen Börsengang von LinkedIn, die der Firma die nötigen Mittel gibt, um den Markt zu konsolidieren. Wenn der Börsengang ausbleibt, dann werde LinkedIn gekauft. Ein Zusammenschluss mit Plaxo sie ohnehin fällig, weil hinter beiden Firmen der gleiche Kapitalgeber stehe.
  • Flash dominiert, Silverlight noch unbedeutend: Yakov Fain von JDJ sieht Adobe Air und Flex als die wichtigsten Werkzeuge für die Entwicklung von Rich Internet Applications (RIA) in Unternehmen. Sie profitieren davon, dass der Flash Player das wichtigste Distributionsvehikel für derartige Anwendungen bleibe. Microsofts Konkurrenzprodukt Silverlight werde 2008 noch kein ernsthafter Gegner sein. Ajax werde für die Programmierung von Desktop-ähnlichen Browser-Anwendungen an Bedeutung verlieren.
  • Update für iPhone: Christopher Null sieht bereits die Version 2.0 des iPhone kommen und tippt auf eine Ankündigung während der Macworld im Januar. Der ehemalige Microsoft-Vorzeige-Blogger Robert Scoble glaubt ebenfalls an ein Update, das nach seiner Meinung über eine Kamera verfügen soll. Außerdem ist er optimistisch genug und hofft auf ein offenes Software Developer Kit (SDK) für das Apple-Kultgerät.

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weblog/it-prognosen_fuer_2008.txt · Zuletzt geändert: 07.01.2008 14:02 von     Nach oben
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