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Enterprise-Mashups

Überblick

Das Neue an Mashups gegenüber bekannten Integrationsansätzen ist, dass die Nutzer selbst Anwendungen direkt im Web zusammenführen können. Kennzeichnend ist zudem die Tatsache, dass die Benutzer ad hoc eigene Anwendungen zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse erstellen können. Dieser Ansatz verdankt sich dem Aufkommen von einheitlichen Formaten und Prinzipien zum Austausch von Daten und Funktionen, wie beispielsweise RSS/ATOM, REST, JSON und dem inzwischen schon etablierten Web-Services-Standard SOAP.

Mashups im Unternehmen

Verfügbarkeit, Datenqualität

An Enterprise-Mashups werden Anforderungen gestellt, die für den privaten Web-2.0-Nutzer meist eine untergeordnete Rolle spielen: Datenqualität, Zuverlässigkeit, Performance und Skalierbarkeit sind unverzichtbar, wenn Unternehmensprozesse betroffen sind. An dieser Stelle kommt zudem der IT im Unternehmen eine veränderte Rolle zu: Sie ist zwar für die Bereitstellung und den zuverlässigen Betrieb der Plattform zuständig, auf der Mashups erzeugt und ausgeführt werden, sie hat dabei aber selten Einfluss auf die umgesetzten Funktionen und Vorgänge.

Sicherheit

Die Datenbanken der firmeninternen Systeme, wie beispielsweise ERP, CRM und SCM, sind gut gefüllt mit ebenso interessanten wie firmenkritischen Daten. Eines der wichtigsten Merkmale von Enterprise-Mashups ist es deshalb, dass neben externen, öffentlich zugänglichen Quellen auch die internen Ressourcen erschlossen werden. Diese firmeneigenen Daten sind aber üblicherweise nur einem eingeschränkten Benutzerkreis zugänglich und unterliegen strengen Sicherheitsvorschriften. Sobald solche internen Unternehmensdaten an das System angebunden werden, entwickelt sich die unvermeidliche Freigabe-Diskussion: Wer darf auf welche Services und Mashups zugreifen? Wer darf neue Mashups kreieren?

Technisch nicht versierte Benutzer

Die Zielgruppe für Mashups im Unternehmen ist eine etwas andere ist als im Internet. Dort sind es zumeist technikaffine Nutzer, im Unternehmen hingegen darf man die Nutzer ohne Programmierkenntnisse nicht ausschließen. Gerade die Fachbereiche können von Enterprise Mashups profitieren, wenn sie eigene, maßgeschneiderte Kleinst-Applikationen selbst erstellen können, ohne die Unterstützung der IT in Anspruch nehmen zu müssen.

Rechtliche Aspekte

Eine weitere Herausforderung für Mashups im Unternehmenskontext sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Urheberrechtliche Bedenken kommen spätestens dann auf, wenn alle möglichen Personen im Unternehmen Inhalte publizieren, verwenden und anreichern können. Darüber hinaus stellt sich allerdings auch noch die Frage, welche externen Dienste Mitarbeiter für ihre eigenständig erstellten Mashups verwenden dürfen. Sind Lizenzen für den kommerziellen Gebrauch verfügbar, werden Gebühren fällig?

Kreativität versus Kontrolle

Zwei wichtige Voraussetzungen für den Einsatz von Mashups in Unternehmen sind das Vorhandensein eines tragfähigen Zugriffs- und Berechtigungskonzepts, womöglich bis hinab auf die Ebene einzelner Datensätze, und eine offene und trotzdem verantwortungsbewusste Firmenkultur. Das Berechtigungskonzept definiert einen groben Rahmen, die Firmenkultur ermöglicht die Mitwirkung der Nutzer und die Entfaltung der kollektiven Intelligenz. Gleichzeitig soll sie das verantwortungsvolle Handeln jedes einzelnen Mitarbeiters innerhalb des vorgegebenen Rahmens gewährleisten. Unternehmen stehen also vor der Herausforderung, einen Kompromiss zu finden, der weder die Kreativität im Keim erstickt noch Mehraufwand und Risiken auf Seiten der IT erzeugt, die den Nutzen der entstehenden Mashups übersteigen.

Mashup-Frameworks

Um diesen Anforderungen zu begegnen, empfiehlt sich die Verwendung eines Enterprise-Mashup-Frameworks. Ein solches besteht aus mehreren Schichten: Ein Mashup-Server übernimmt die Aggregation und Aufbereitung der Daten und achtet darauf, dass Benutzer beim Zugriff auf Informationen entsprechend autorisiert sind.

Der Server greift auf ein Repository von Diensten und Mashups zu. Einerseits merkt sich das Repository alle verwendbaren Dienste, die angezapft werden können. Dazu gehört beispielsweise, welche Datenstruktur ein Dienst anbietet, eine Beschreibung des Dienstes und seiner Inhalte. Andererseits beinhaltet das Repository die Mashups selbst, also die Verknüpfungen von bestimmten Diensten, die ein Benutzer angelegt hat, sowie die Beschreibung der hybriden Anwendung und ihrer Inhalte, damit sie andere Nutzer weiterverwenden können.

Die dritte Komponente des Frameworks ist der Mashup-Editor, also eine grafische Oberfläche, mit der die Nutzer ohne Programmierkenntnisse Dienste kombinieren können.


Aufbau eines Enterprise-Mashup-Frameworks (Quelle: PENTASYS AG)

Enterprise Mashup-Server ohne Mashup-Editor

Enterprise Mashup-Frameworks

Consumer Mashup-Frameworks

Chancen und Risiken

ChancenRisiken
Höhere Produktivität durch schnellere Integration von Diensten und DatenUnkontrollierte Weitergabe kritischer Daten
Effizienteres Arbeiten durch Nutzung maßgeschneiderter AnwendungenKonflikte mit dem Urheberrecht
Verbesserter Wissenstransfer durch Wiederverwendung und Austausch von Diensten und MashupsAbhängigkeit von der Verfügbarkeit und Qualität der Basisdienste

Weblinks

Mashups: EAI mit Web 2.0
Mashups im Wissensmanagement-Wiki

Autoren: Anke Bauer & Torsten Rosenstiel, PENTASYS AG, 05.12.2007, 11:06

 
web_2.0/enterprise-mashups.txt · Zuletzt geändert: 21.04.2008, 14:11 von Wolfgang Sommergut     Nach oben
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