Symantec Altiris Software Virtualization Solution (SVS)
Überblick
Altiris SVS Professional setzt sich aus drei unabhängigen Komponenten zusammen: Altiris SVS, dem Streaming-System und dem Notification-Server. Altiris SVS ist die eigentliche Anwendungs-Virtualisierungs-Lösung. Das Streaming-System, das aus der AppStream-Übernahme stammt, kann nicht nur virtualisierte Anwendungen, sondern auch herkömmliche Applikationen auf Arbeitsplatzrechner streamen. Der Notification-Server ist das Herz der Altiris Systemmanagement-Lösungen und dient im Zusammenspiel mit Altiris SVS zur Verteilung und zur Verwaltung virtueller Pakete. Grundlage für diesen Beitrag war Altiris SVS Professional 2.1 SP2.
Funktionsweise
Der Kern des Agenten von Altiris SVS ist ein nur 188KB großer Filtertreiber (fslx.sys), der sich ähnlich wie der On-Access-Scanner einer Antivirus-Software zwischen Dateisystem und Windows-Anwendungen schiebt. Für jede virtualisierte Anwendung legt Altiris SVS eine Schicht an, die alle Programmdateien und Registry-Einträge enthält. Physisch befinden sich die Schichten in einem Verzeichnis des Arbeitsplatzrechners, wobei jede Schicht über einen eigenen Unterordner verfügt. Die Aktivierung einer Schicht bewirkt die Einblendung der in ihr enthaltenen Objekte auf dem Host. Das bringt alle zugehörigen Dateien zum Vorschein, also zum Beispiel auch Desktop-Icons und Startmenüeinträge, und die entsprechenden Registry-Einträge werden wirksam. Der Anwender muss hierfür die virtualisierte Applikation nicht aufrufen, denn die Aktivierung der Schichten übernimmt in der Regel der Administrator.
Altiris SVS kann nicht nur Anwendungen, sondern auch Dateitypen und Verzeichnisse virtualisieren. Die Aktivierung einer sogenannten Datenschicht veranlasst den Filtertreiber alle Schreibzugriffe auf Dateien mit der jeweiligen Endung beziehungsweise in dem entsprechenden Verzeichnis in die virtuelle Umgebung umzulenken. Definiert man beispielsweise eine Schicht, der alle ausführbaren Dateitypen zugeordnet sind, werden Änderungen an Programmdateien grundsätzlich in die virtuelle Umgebung umgelenkt.
Paket-Erstellung
Neue Schichten lassen sich mit dem SVS Admin erstellen. Ähnlich wie bei anderen Anwendungsvirtualisierungs-Tools führt der Administrator zunächst eine gewöhnliche Installation der jeweiligen Applikation auf dem Master-PC durch. Im Gegensatz zur Konkurrenz bildet Altiris SVS aber keine Differenz zwischen den Systemzuständen vor und nach der Installation. Vielmehr protokolliert der Filtertreiber alle am System vorgenommenen Änderungen. Das Erzeugen einer neuen Schicht unterscheidet sich also im Prinzip nicht von der Ausführung einer virtualisierten Anwendung. Alle bei der Installation durchgeführten Systemmodifikationen werden ganz einfach in die neue Schicht gefiltert.
Bild: Der SVS Admin dient zur Erstellung und lokalen Verwaltung virtualisierter Anwendungen.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass die virtualisierte Anwendung sofort nach Abschluss der Installation zur Verfügung steht. Die bei umfangreichen Programmpaketen zeitaufwändige Differenzbildung zwischen Ausgangs- und Endzustand entfällt also. Von Nachteil ist allerdings, dass sich Anwendungen, die während der Installation einen Neustart erfordern, nicht immer ohne weiteres virtualisieren lassen.
Verteilung und Management
Der SVS Admin dient auch zur Verwaltung virtualisierter Anwendungen. Mit ihm können Schichten unter anderem aktiviert, in ihren Originalzustand zurückversetzt oder auch wieder deinstalliert werden. Er lässt sich optional auf jedem Arbeitsplatz zusammen mit den Altiris-SVS-Agenten installieren. Altiris SVS Pro bietet drei Optionen:
- Per Script
- mit Hilfe des Notification-Servers
- über das Streaming-System.
Für die Script-Methode bietet der Altiris-SVS-Agent ein Kommandozeilen-Tool (SVScmd.exe), über das sich die virtuelle Umgebung administrieren lässt. Es verfügt über dieselbe Funktionalität wie der SVS Admin. Die Installation des Agenten erfolgt bei dieser Methode über ein Anmeldeskript oder über eine Softwareverteilungslösung.
Notification-Server
Nach Erwerb von SVS-Lizenzen kann der Notification Server zum Management von Altiris SVS benutzt werden. Allerdings bietet die Altiris-Konsole dann nur die Features, die für die Software-Virtualisierung benötigt werden. Um auch herkömmliche Anwendungen verteilen zu können, ist die Altiris Client-Management Suite erforderlich.
Bild: Mit Hilfe der Altiris-Konsole verteilt der Administrator den SVS-Agenten und virtuelle Pakete.
Der Notification-Server kann auch für die Verteilung des SVS-Agenten verwendet werden. Zuvor muss dafür aber der Altiris-Agent auf dem Client vorhanden sein, der sich ebenfalls mit dem Notification-Server installieren lässt. Virtuelle Pakete erstellt der Administrator mit einem einfach zu bedienenden Assistenten.
Darüber hinaus lassen sich über den Notification-Server alle Einstellungen des SVS-Agenten zentral administrieren. So können etwa auf mehreren Computern Schichten aktiviert, deaktiviert oder deinstalliert werden. Das Zurücksetzen einer virtualisierten Anwendung in den Originalzustand ist ebenfalls möglich. Dabei werden alle Änderungen, die der Anwender an einer Schicht vorgenommen hat, rückgängig gemacht.
Streaming-System
Auch die Lizenzen für das Streaming-System sind beim Kauf von Altiris SVS Professional bereits enthalten. Mit dem Streaming-System können nicht nur virtualisierte Anwendungen, sondern auch MSI-Pakete verteilt werden. Eigene Anwendungspakete erstellt der Administrator mit dem Altiris Streaming Composer. Pakete virtualisierter Anwendungen, die mit dem SVS Admin erzeugt wurden, sind ebenfalls mit dem Streaming Composer zunächst vorzubereiten. Erst dann lassen sie sich auf den Streaming-Server laden.
Bild: Mit dem Altiris Streaming Composer werden Anwendungen für das Streaming vorbereitet.
Mit Hilfe der Streaming-Konsole erstellt der Administrator das Web-Portal, über das Anwender auf die Applikationen zugreifen können. Falls der Streaming-Agent noch nicht auf dem Arbeitsplatzrechner vorhanden ist, wird er automatisch heruntergeladen und installiert. Das gilt aber nicht für den SVS-Agenten. Dieser lässt sich nicht mit dem Streaming-System verteilen.
Ist der Streaming-Agent auf dem Anwender-PC vorhanden, ist es möglich, automatisch Verknüpfungen auf dem Desktop abzulegen. Anwendungen lassen sich so auf die gewohnte Weise ohne Web-Browser aufrufen. Im Test zeigte sich, dass die meisten Anwendungen funktionsfähig sind, nachdem 50 bis 60 Prozent auf den Arbeitsplatzrechner gestreamt wurden. Der Administrator kann virtuelle Pakete auch für den Offline-Betrieb vorbereiten. Der Streaming-Agent lädt dann die Anwendungen komplett auf den Anwender-PC.
Das Streaming-System ist ein mächtiges Tool, das sich auch für größere Unternehmen als vollwertige Softwareverteilungslösung eignet. So ist es zum Beispiel möglich, einzelne Komponenten (Datenbank, Streaming-Server, Portal), auf unterschiedliche Server zu installieren und es können mehrere Streaming-Server in einer hierarchischen Struktur betrieben werden.
Bild: Streaming-Server können zu Gruppen zusammengefasst werden.
Verfügbarkeit
Altiris SVS ist für die private Nutzung frei. Für den Einsatz im Unternehmen sind die Lizenzkosten gestaffelt und werden pro PC berechnet. Eine Arbeitsplatzlizenz kostet für Altiris SVS Standard ab 30 Euro und für Altiris SVS Professional ab 56 Euro. SVS Standard enthält die Virtualisierungs-Lösung und den Notification-Server. Um das Streaming-System nutzen zu können, ist die Professional-Ausgabe zu erwerben.
Stärken und Schwächen
- Nahtlose Integration von virtualisierten Anwendungen in das Host-System
- Web-basiertes Streaming von virtualisierten und herkömmlichen Anwendungen
- Zentrale Verteilung und Verwaltung von virtualisierten Anwendungen
- Unterstützung skriptbasierter Steuerung
- Für kleine und große Unternehmen geeignet
- Zeitgleiche Ausführung verschiedener Versionen einer Anwendung problematisch
- Der Start virtualisierter Anwendungen von einem portablen Medium ist nicht möglich
- Drei unterschiedliche Agenten (Altiris SVS, Notification-Server, Streaming-System)
Fakten im Überblick
| Allgemeine Kriterien | |
| Unterstützte Betriebssysteme | Server: Windows Server 2003 Client: Windows 2000 Pro, Windows XP Pro, Windows Vista |
| Lizenzmodell | Pro PC |
| Lizenzkosten | Altiris SVS ab 30 EUR, Altiris SVS Professional ab 56 EUR |
| Technik und Architektur | |
| Eingesetzte Protokolle und Technologien | Software Streaming Transfer Protocol (SSTP) über HTTP |
| Unterstützte Betriebssysteme der Applikationen | Windows 2000 Pro, Windows XP Pro, Windows Vista |
| Unterstützte / Nicht unterstützte Applikationen | U.a. Anwendungen mit eigenen Treibern, Antiviren-Software, Dateiverschlüsselungsprogramme, Betriebssystem-Updates |
| Client-Infrastruktur installationsfrei | Nein, Client-Agent nötig |
| Bereitgestellte Pakete updatefähig | Ja |
| Verknüpfung verschiedener voneinander abhängiger Applikationen (z.B. Java-VM oder .Net-Framework) | Ja |
| Mehrere Versionen einer Applikation gleichzeitig | Nur beschränkt möglich |
| Bandbreitesteuerung beim Streaming | Ja |
| User-Experience: Handling der Anwendung transparent, z.B. Copy+Paste | Ja |
| Offline-Nutzung möglich | Ja |
| Administration | |
| Unterstützung bei Paketgenerierung | Ja |
| „user self-packaging“ möglich | Nein, nur Admins |
| Unterstützung bei Publishing/Verteilung | Ja, zentral |
| Anwendungen in den Desktop integrieren („publizieren“) | Ja |
| Gruppen- und User-spezifische Pakete | Ja |



