Managed Storage
1. Kurzbeschreibung
Bei Managed Storage übernehmen spezialisierte Dienstleister Aufgaben rund um das Speichermanagement. Die Services sind in der Regel industrialisiert – und damit kosteneffizient. Zudem richten sich die großen Anbieter von Managed Storage nach den ITIL-Disziplinen rund um das Thema Storage.
2. Wann der Einsatz lohnt
Anspruchsvolle Service Level bis hin zu 7x24h-Betrieb sind in Eigenregie teuer. Kostentreiber sind vor allem Schichtdienst, Management-Tools und der ständige Know-how-Wettlauf, den das eigene Personal mitmachen muss. Hinzu kommen unproduktive Bilanzpositionen und ein relativ hoher Fixkostenanteil durch brach liegende Kapazitäten. Mit Pay-per-use-Modellen können Managed Storage Provider flexibler kalkulieren und durch zentralisierte Operation Center den 7x24h-Betrieb zu vernünftigen Kosten realisieren. Vergleicht man die Gesamtkosten für die interne und externe Leistungserbringung, lohnt sich Managed Storage für immer mehr Unternehmen.
Als Faustregel gilt: Damit sich der Fremdbetrieb von Dedicated Storage Systemen (Systeme, die ausschließlich für einen bestimmten Kunden zur Verfügung stehen) rechnet, sollten sie mindestens fünf Terabyte Datenvolumen umfassen. Bei einem Shared Storage System (mehrere Organisationseinheiten verwenden verschiedene Speicherbereiche auf einem gemeinsamen Gerät) könnte ein lokaler Dienstleistungspartner beispielsweise bereits Datenvolumen ab 500 GB pro Tag wirtschaftlich sinnvoll als Managed Storage bereit stellen. Die Daten sind zwar durch unterschiedliche Volumes und Zugänge vollständig gegeneinander abgeschottet, aber sie befinden sich im gleichen Einschub oder Filer-Schrank.
3. Der Speicherort
Konzepte für Managed Storage sehen in der Regel vor, Speicher im Datacenter der Kunden zu betreiben. Ausnahmen gibt es jedoch bei weit verteilten Filialnetzen, in denen nur einige Mitarbeiter pro Standort Zugriff auf die Unternehmensdaten benötigen. Dort kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, den Speicher über eine abgesicherte WAN (Wide Area Network)-Verbindung zu beziehen statt dezentrale Fileserver zu betreiben. „In vielen Fällen lassen sich rechtliche Anforderungen oder Governance-Regeln viel leichter und kosteneffizienter in einem zentral verwalteten Speicher umsetzen. Je stärker diese Anforderungen wachsen, um so stärker ist auch der Trend zur Re-Zentralisierung“ berichtet Uwe Scheuber, Leiter Solution Center Server und Storage bei Fujitsu Siemens Computers, aus der Praxis. Auch zur Absicherung gegen Katastrophen und für Backup- oder Archiv-Funktionen kann es sinnvoll sein, bestimmte Storage-Funktionen außerhalb des eigenen Datacenters zu realisieren.
4. Verrechnungsmodelle
Die Abrechnung nach Benutzerzahlen ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da der Aufwand nur in geringem Umfang davon abhängt. Häufig kommen Modelle zum Einsatz, die leistungs- und verbrauchsorientiert abrechnen. Beispiele für derartige Leistungen: Die Analyse der Daten und die Einteilung in Speicherklassen, der Betrieb der Speicher nach definierten Service Level Agreements (SLA) oder der Übergang zu einem geregelten externen Betrieb.
5. Erfolgsfaktoren
Gut organisierte Prozesse, bei denen das Unternehmen von den Skaleneffekten des Dienstleisters profitiert, sind die Basis für den wirtschaftlich sinnvollen Einsatz. Darüber hinaus ist wichtig, die Anforderungen an die Leistungen klar zu definieren. Je mehr Freiheiten der Managed Service Provider bei der Umsetzung hat und je genauer der Leistungsbereich festgelegt ist, desto günstiger für die Kalkulation.