Lotus Notes/Domino 8
Überblick
Mit dem Release 8 integriert IBM Lotus Notes/Domino in den Eclipse basierten Rich-Client der ehenaligen Workplace-Produktfamilie. Auch wenn die Verschränkung von klassischem Client mit dem Eclipse-Framework als die wesentliche Neuerung der aktuellen Version gilt, so erlaubt sie auch weiterhin alternativ die Installation des herkömmlichen Notes (als „Basic“-Variante bezeichnet). Der „full“ Client hingegen bettet den bekannten Groupware-Client vollständig in die von IBM um Verwaltungsfunktionen erweiterte und „Expeditor“ genannte Technologie des Eclipse-Frameworks ein. Dessen Java-basierende Benutzerschnittstelle ermöglicht dem Notes-8-Client die gleichzeitige Nutzung von bestehenden Notes-Anwendungen und neu entwickelten Java-Komponenten.
Installation
Bei der Installation des Client muss man sich zwischen Basic und Full Cleint entscheiden. Ein späterer upgrade des Basic Clients zum Full Client ist möglich, ein downgrade allerdings nicht. Dafür gibt es eine inoffizielle Möglichkeit auch in einer Full Installation den basic Client zu starten (siehe unten: Tiips & Tricks). Bei der Installation beider Varianten ist zu beachten ,daß die Productivity Apps, d.h. die IBM Version der OpenOffice Suite nicht per Default installiert werden, sondern explizit angewählt werden müssen. Gleiches gilt für die Activity und Sametime Funktionen unter dem Full Client.
Administration
Die vormals auf verschiedene Dialoge verteilten Konfigurationseinstellungen des Clients sind mit Notes 8 unter einem Dialog in einer einheitlichen Hierarchie zusammengefasst. Zusätzliche Einstellungen des Clients sind nun über den Profile-Mechanismus Server-seitig administrierbar. Der full Client wird über eine Eclipse Update Site mit den notwendigen Plug-Ins versorgt. Die Infrastruktur dazu liefert eine Notes-Datenbank die besser zu verwalten ist als die vergleichbare File-basierte Linux-Version.
Neue Funktionen
- Notes eingebettet in das Expeditor-Framework
- Unterstützung für Composite Applications, also Anwendungen, die aus miteinander kommunizierenden Notes- und Java-Komponenten bestehen können
- Domino-Server auch als Konsument von Web-Services, die sich in Notes-Anwendungen integrieren lassen
- Neue Benutzerschnittstelle für die PIM-Applikationen Mail, Kalender und Kontakte
- Multi-Level-Undo im Notes-Editor
- Dateibetrachter für Open-Office-Dokumente
- Unterstützung für Mail-Konversationen, Löschen und Verschieben von ganzen Threads möglich
- Rückruffunktion für Mails
- Integrierte „Productivity Editors“, also Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsgrafik auf Basis von Open Office 1.x
- Verbesserte Out-of-Office-Benachrichtigung
- DB2-Unterstützung (DB2NFS) offiziell verfügbar
Stärken und Schwächen
- Ansprechende und besser bedienbare Benutzeroberfläche
- Unterstützung für Composite Applications
- Abwärtskompatibiltät mit alten Notes-Anwendungen
- Höherer Datendurchsatz durch die neue On Disk Struktur (ODS) des Notes File Systems (NFS)
- Notes 8 unterstützt den bei vielen Notes-Grossanwendern eingesetzten Citrix-Terminal-Server nicht. IBM hat für die Version 8.0.1 Abhilfe gelobt.
- Großer Hunger nach Arbeitsspeicher
- Optische und funktionnale Brüche zwischen dem klassischen Notes und Java-Anwendungen
- Productivity Tools (auf Basis von Open Office) werden nicht standardmäßig installiert und sind schlecht integriert
- DB2NFS: keine Unterstützung für System i (ehemals AS/400), geringe Performance
- ODS wird nicht standardmäßig aktiviert
Tipps & Tricks
Auch wenn man vor der Installation die Wahl zwischen Basic und Full treffen muss, so besteht nachträglich die Möglichkeit, nach einer vollen Installation nur den herkömmlichen Client zu starten (über nlnotes.exe statt notes.exe). IBM rät allerdings von diesem Vorgehen ab, da vorgesehene Prüfungen dann nicht ablaufen. Der Trick ist also keine Dauerlösung sondern nur für kurzzeitige Ausflüge und erfahrene Nutzer geeignet.
Die Performance des Notes Files Systems (NFS) der Notes Datenbanken lässt sich unter Notes 8 um circa 25% steigern durch Verwendung der neuen On Disk Structure (ODS48). Diese ist allerdings nach der Installation ausgeschaltet. Sie lässt sich aktivieren durch die folgenden zwei einfachen Schritte: 1. Eintrag von Create_R8_Databases01 in die notes.ini Datei 2. Aufruf von „compact -c“ am Server.
Systemanforderungen
RAM: Der Preis für das hybride Modell des vollständigen Clients ist hoch. Der Speicherbedarf verdoppelt sich knapp gegenüber dem Basic Client auf über 200 MB bereits gleich nach dem Start. Je nachdem was an Zusatz-Tools geladen wird, kann der Hunger nach RAM noch weiter steigen. IBM gibt als minimalen Hauptspeicherausbau 512 MB an, empfiehlt aber 1GB.
Hier die Empfehlungen der IBM:
Lotus Notes 8 Client
| Plattform | Microsoft Windows | Linux |
|---|---|---|
| Unterstützte Versionen: | Microsoft Windows XP Professional; Microsoft Windows XP for Tablet PC; Microsoft Windows Vista: Enterprise, Ultimate, and Business Editions; Microsoft Windows Vista for Tablet PC | Novell SuSE Linux Enterprise Desktop (SLED) 10 XGL; RedHat Enterprise Linux (RHEL) 5 Desktop |
| Prozessoren | Intel Pentium oder höher sowie kompatible CPUs; Windows XP - Pentium 4, 1.2 GHz oder besser; Windows Vista - Pentium 4, 1.2 GHz oder besser | Intel Pentium oder besser sowie kompatible CPUs, 1.2 GHz oder höher |
| RAM | Windows XP: 512 MB Minimum, 1GB oder mehr empfohlen Windows Vista: 1 GB Minimum; 1.5 GB oder mehr empfohlen | 512 MB Minimum, 1GB oder mehr empfohlen |
| Plattenplatz | 900 MB (für die notwendigen Dateien, für DBs zusätzlicher Platz nötig) | 1.5 GB |
Lotus Domino Server
| Plattform | Microsoft Windows 2003 |
|---|---|
| Unterstützte Versionen | Microsoft Windows 2003 Server Standard Edition; Microsoft Windows 2003 Server Enterprise Edition; Microsoft Windows 2003 Server x64 Edition |
| CPU | Intel Pentium und kompatible (32-Bit und 64-Bit Chips) |
| RAM | 512 MB Minimum\\512 MB oder mehr pro CPU |
| Plattenplatz | 1.5 GB Minimum pro Partition |
Zusätzliche Plattformen: IBM AIX, Linux, Sun Solaris IBM System i, IBM System z, Linux on System z
